Festspiele
der
Geistlichen Oper Abtei Waldsassen


 

Kunst und Religion standen seit jeher in enger Verbindung - man kann die Religion als Mutter der Künste bezeichnen, denn bis heute hat religiöses Denken und Fühlen Künstlerinnen und Künstler immer wieder inspiriert. Aufträge der Kirche führten - wie in Waldsassen - zu bleibenden Kunstwerken, die Zeugnis von der Frömmigkeit wie auch von der geistigen Auseinandersetzung mit Sinnfragen menschlicher Existenz ablegen.

Liturgie und dramatische Darstellung stehen ebenfalls in enger Verbindung. Passion, Oratorien, Geistliche Oper und Liturgie selbst enthalten dramatische Elemente oder sind selbst als Drama gestaltet. Die Geistliche Oper entstand aus der Auseinandersetzung gelehrter Kleriker mit der Tradition der griechischen Tragödie und älteren liturgischen Traditionen, in denen auch Szenisches einen Platz hatte, in denen allegorische Bilder die Inhalte verdeutlichten. Und nicht zuletzt hat auch die Gattung Oper immer wieder Werke hervorgebracht, die Religion, biblische Stoffe, Glauben, Ethik und grundlegende Existenzfragen als Thematik auf der Bühne des weltlichen Musiktheaters darbot. Der größte Teil des Repertoires der geistlichen Oper stammt aus dem 17. Jahrhundert. Doch gibt es auch Opernwerke im 18. und 19. Jahrhundert, die für eine Aufführung im Zusammenhang mit den Festspielen der geistlichen Oper in Betracht kommen. Vor allem im 20. Jahrhundert haben sich das Musiktheater und Opern-Komponisten wieder mit Kirchengeschichte und Fragen der Religion auseinandergesetzt.

Die Abtei Waldsassen bietet zusammen mit dem Kultur- und Begegnungszentrum konzeptionell und architektonisch ideale Voraussetzungen für Festspiele der geistlichen Oper. Sie sind in Thematik und Stellenwert vergleichbar mit den Jedermann-Aufführungen in Salzburg.

Kulturell besitzt die Abtei Waldsassen eine langjährige Tradition im geistlichen wie geistigem Leben der Region. Sie ist Zentrum klösterlicher Tradition, ihre Architektur Symbol gewachsenen Glaubens. Abteigebäude und Basilika bilden einen Gebäudekomplex, der in seiner Attraktivität und Aura die ideale Atmosphäre für Festspiele der Geistlichen Oper bereitstellt. Festspiele dieser Thematik in Verbindung mit Seminaren (Meisterkursen) für junge professionelle Musikerinnen und Musiker ergänzen sinnvoll und zugleich singulär die Inhalte und Aufgaben des Kultur- und Begegnungszentrums Abtei Waldsassen.

Abteigebäude und Basilika mit ihren Kunstschätzen stellen einen Mittelpunkt der Stadt Waldsassen von hoher touristischer Anziehungskraft dar. In Verbindung mit den Festspielen der Geistlichen Oper Abtei Waldsassen knüpft Waldsassen als Stadt wieder an alte kulturelle Wirkungskreise des Klosters an - die geografische Randlage öffnet sich hin zum Nachbarland und zu früheren Landschaften gemeinsamer Kultur.

Die Kooperation mit Musiktheatern in Nürnberg und Hof, mit der Theaterakademie München, den bayerischen Musikhochschulen und dem Bayerischen Musikrat bei den Festspielen der Geistlichen Oper Abtei Waldsassen schaffen eine Begegnung von hochrangigen Künstlerinnen und Künstlern. Die Festspiele werden zum Forum für den Künstlernachwuchs aus verschiedenen Nationen. Medienpartner ist der Bayerische Rundfunk.

Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer




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  zur Startseite (HOME) Stand: 26.05.2003