Dr. Jörg Riedlbauer


 

Dr. Jörg Riedlbauer

Dr. Jörg Riedlbauer wurde 1961 in Freudenstadt geboren. Nach Abschluss seines künstlerischen Studiums in Dirigieren und Komposition an der University of Colorado Boulder, USA begann er ein zweites Studium in Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Regensburg, wo er infolge eines Forschungsstipendiums der renommierten Scuola di paleografia e filologia musicale Cremona 1990 zum Dr. phil. promovierte. Seine zahlreichen Veröffentlichungen im Rundfunk und in verschiedenen Tages- und Fachzeitungen (u.a. FAZ, Die Welt, Augsburger Allgemeine, Neue Zürcher Zeitung, Die Presse Wien, Oxford University Press, l'opera Mailand) trugen ihm Einladungen zu internationalen Kongressen ein. So wurde ihm die Ehre zuteil, im "Mozart-Jahr" 1991 als einziger Referent aus Deutschland vor der Philharmonischen Akademie in Bologna vorzutragen. Von 1990-1992 war er als wissenschaftlicher Assistent für Musikwissenschaft an der Universität Regensburg tätig; 1993 bestellte ihn der Bayerische Musikrat in München zum Generalsekretär.

Der Bayerische Musikrat ist Bayerns größte Kultur-Organisation und zugleich der erste Landesmusikrat in einem Land der Bundesrepublik Deutschland. Als Dachverband sowohl der Berufs- als auch der Laienmusiker vertritt er die Interessen von rd. 1 Mio. Musizierenden in Bayern gegenüber den Entscheidungsträgern in der Politik und den Behörden. Zugleich entwickelt er Konzepte zur Weiterentwicklung des Musiklebens in Bayern, die wiederholt auch bundesweite Bedeutung erreichten.

Eines der Grundprinzipien des Musikrates ist die Förderung der Verbindung des professionellen mit dem Laien musizieren, wodurch auch der zeitgenössischen Musik zu einer breiten Basis im Musikleben verholfen werden soll. Für Riedlbauer war dies schon vor seiner Musikrats-Tätigkeit ein Wesensmerkmal seines künstlerischen Schaffens. Bereits zu seiner Schulzeit gründete er in seiner Heimatstadt mit musikbegeisterten Gleichgesinnten ein Liebhaber-Orchester und verschiedene Kammermusikgruppen, um eigene Kompositionen in der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen; seine Bühnenmusik zu Friedrich Theodor Vischers Goethe-Parodie Faust - Der Tragödie Dritter Theil ist sogar auf Schallplatte erschienen (was 1978 um Haaresbreite seine Versetzung in die Kollegstufe gefährdete ...). Während seines Studiums engagierte sich Riedlbauer dann insbesondere im Musikschul- und kirchenmusikalischen Bereich, verstand es dabei wiederholt, Laiensänger für die kühnen Klänge zeitgenössischer Messen oder Kantaten zu begeistern. 2004 fand der Basilika Waldsassen die Uraufführung von Riedlbauers komponierter "Missa lux et origo" statt.

Kunst und Wissenschaft begleiten auch weiterhin die berufliche Tätigkeit des Generalsekretärs. Neben verschiedenen Publikationen besonders zur Musik des 20. Jahrhunderts veröffentlichte Riedlbauer auch Studien über Wagner und die Zusammenhänge zwischen Musik und Sprache in der Renaissance und Barockzeit. Dieses musikhistorische Bewusstsein schlägt sich auch in seinem kompositorischen Schaffen nieder, in dem es Riedlbauer vorrangig darum geht, Gattungen und Formen sowie die Elemente der musikalischen Rhetorik, wie sie vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert Bestand hatten, mit den stilistischen Strömungen des 20./21. Jahrhunderts zu verbinden. Abstrakte, kühl-kalkulierte "Kopf-Musik" ist dabei seine Sache nicht. Hingegen geht es ihm um eine publikumswirksame Schreibart vor dem Hintergrund eines zeitgenössischen Musizierstils, der organisch aus dem Boden des überlieferten musikalischen Erbes hervorgegangen ist: Innovation aus Tradition.

Dabei fördert Riedlbauer auch die Arbeit der Blasmusik und der Laienchöre nach Kräften. So schrieb er für die Stadtkapelle Wertingen eine Sinfonie und eine Tondichtung; die symphonische Dichtung "Prometheus" erschien 1996 auf CD. Für die 400-Jahr-Feier der Stadt Freudenstadt und zugleich zur Eröffnung des 1. Internationalen Schwarzwald-Musikfestivals entstand 1999 die ebenfalls auf CD erschienene Freudenstadt-Kantate, die mit den vereinigten katholischen und evangelischen Kirchenchören des Ortes uraufgeführt wurde.

Im professionellen Bereich besteht insbesondere eine Verbindung zum Theater Hof und den Hofer Symphonikern. Im Februar 2000 gelangte in Hof die Uraufführung von Riedlbauers erster Oper, eine Musik-Komödie mit dem Titel "Der Restaurantkritiker isst kein Fleisch", zur Uraufführung, welche bei Publikum und Presse begeistert aufgenommen worden ist. Im Spielplan der Hofer Symphoniker finden sich die Orchesterwerke "2 Orchesterbilder nach Schäffenacker", "Suite gastronomique", "Schneetraum" und die Symphonie Nr. 1.

In Anbetracht seiner wissenschaftlichen und künstlerischen Leistungen wurde Riedlbauer 1998 zum Ehrenmitglied des centro storico ed arte Bitonto ernannt. Seit 2006 amtiert Dr. Jörg Riedlbauer als Präsident der Deutschen Mozart-Gesellschaft.




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  zur Startseite (HOME) Stand: 02.12.2006