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Die neue Aula des Klosters Waldsassen

"Ein Traum ist in Erfüllung gegangen" [2002-03-14]
Neuer Festsaal im Kloster ist das "Sahnehäubchen" des zweiten Sanierungsabschnitts
Waldsassen. (pz) "Mit diesem Festsaal ist für mich und Frau Ministerin ein Lieblingskind geboren worden", sagte Äbtissin Laetitia Fech am Donnerstag vor über 200 Gästen in der neuen Aula der Mädchenrealschule.
Bei einer eindrucksvollen Feier erbaten Klosterspiritual Pater Dr. Gabriel Lobendanz und Dekan Stadtpfarrer Michael Fuchs den kirchlichen Segen für den neuen Raum. Der zeichnet sich vor allem durch eine raffinierte Beleuchtung aus. Mit den in den Fensternischen und am Boden sowie unterhalb des Gewölbes eingelassenen Scheinwerfern lassen sich verschiedene Stimmungen zaubern – etwa durch die Aufhellung der Säulen an den Seitenwänden oder des Gewölbes. Von den Variationen des "Lichtspiels" durften sich die Gäste am Donnerstag überzeugen, als Projektsteuerer Ulrich Mertig aus München die Möglichkeiten präsentierte. Vier Jahre lang sei um diesen Saal gerungen worden, sagte die Äbtissin in ihrer Ansprache vor vielen Gästen – überwiegend Mitglieder des Vereins der "Freunde des Klosters Waldsassen". Der Freundeskreis hielt nach der Einweihungsfeier seine Jahreshauptversammlung (siehe eigenen Bericht).
Die Äbtissin gab ihrer Freude Ausdruck, dass der zweite Bauabschnitt der Generalsanierung des Klosters sowie die neue Aula als "Sahnehäubchen" nun vollendet ist – mit großartiger Unterstützung von Kultusministerin Monika Hohlmeier. Die Vorsitzende des Fördervereins saß bei dem Festakt in der ersten Reihe– neben einer Reihe anderer Persönlichkeiten, die sich beim Gelingen der Rekonstruktion des früheren Mönchsrefektoriums verdient gemacht haben – unter anderem Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege mit Oberkonservator Dr. Harald Gieß und Landeskonservator Giulio Marano. Er ist inzwischen im Ruhestand, doch noch immer mit dem Kloster Waldsassen verbunden.
Das ehemalige Refektorium – also der Speisesaal der Mönche – liegt genau unterhalb der Klosterbibliothek: Beide Räume sind für die Äbtissin "Räume der Nahrungsaufnahme – der leiblichen und der geistigen." Beiden Räumen habe größte Sorgfalt gegolten, sowohl der Baumeister Abraham Leuthner aus Prag und Georg Dientzenhofer als auch der Bauherren zunächst ab 1681 Abt Martin Dallmayer und später für die Ausstattung der Bibliothek Abt Eugen Schmid ab 1724.
"Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte die Äbtissin: Schule und Abtei hätten nun endlich einen Raum, in dem man wirklich feiern kann. Denn im ganzen Komplex habe es bislang wirklich keinen Raum für Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen gegeben.

Äbtissin Laetitia Fech vor dem Bibliothekseingang

"Kleiner Abt neben der Äbtissin"
Waldsassen. (pz) Ihre Ansprache zur Einweihung der Aula nutzte Äbtissin Laetitia Fech zum Dank an alle, die das Kloster bei der Finanzierung und Realisierung des zweiten Bauabschnitts unterstützt haben. Ein "inniger Dank" galt dabei Ludwig Ponnath: Er habe in einer nicht in Gold aufzuwiegenden Zuverlässigkeit für das Kloster gearbeitet und gekämpft, "ich möchte fast sagen– erlauben Sie mir den Scherz – als kleiner Abt neben der Äbtissin."

Schülerinnen sangen Choral
Waldsassen. (pz) Zur Gestaltung des Festakts trugen auch Schülerinnen der Mädchenrealschule bei: Unter Leitung von Franz Ballon, der an der Schule im Fach Musik unterrichtet, trugen die Mädchen den Gregorianischen Choral "Cantate Domino" vor. Der Chor bewältigte seinen Part mit Bravour. Zuvor überreichten die Schülerinnen Geschenke an Kultusministerin Hohlmeier.

Chor, Solisten und Orchester in neuer Aula
Waldsassen. (pz) Dem Anlass entsprechend war die musikalische Gestaltung der Einweihung der neuen Aula des Klosters etwas Besonderes: Unter Leitung von Andreas Sagstetter sangen und spielten Solisten und der Chor der Basilika, das Streichorchester aus Eger sowie Silvia Bernreuther am Jann-Orgelpostitiv, das von der Basilika in den Festsaal gebracht worden war.

Mehr Mitglieder
Waldsassen. (pz) Die "Klosterfreunde" erfreuen sich immer mehr Mitglieder: Zur Jahreshauptversammlung am Donnerstag zählte der Freundeskreis exakt 558 Mitglieder, wobei zwei neue im Verlauf der Einweihungsfeier eine Beitrittserklärung unterschrieben.
Für den bisherigen Schatzmeister Jürgen Schumann, der aus persönlichen Gründen das Amt Ende Februar abgegeben hatte, wurde Hans Grillmeier gewählt. "Wir sind froh, dass wir Sie haben", sagte Vorsitzende Monika Hohlmeier an die Äbtissin gewandt. Das Kompliment für die engagierte Arbeit wurde seitens der Mitglieder im Festsaal mit Applaus quittiert. "Ohne Sie gäbe es keinen zweiten Bauabschnitt", so die Staatsministerin auf die nunmehr abgeschlossene Etappe der Sanierung eingehend. Zuvor hatte die Äbtissin verschiedene Aktivitäten unabhängig der Sanierung geschildert – etwa im Zusammenhang mit dem künftigen Kultur- und Begegnungszentrum. Hohlmeier sah diese Aktivitäten als "viele kleine aber besondere Schritte." Die würden Ausblick geben auf die besondere Stellung des Klosters: Es solle ein Zentrum sein, das über die Grenzen hinaus geht, in dem grenzüberschreitende Freundschaften und Begegnungen ermöglicht werden.


  zur Startseite (HOME) Stand: 27.12.2002