Pressespiegel 2003


Geistvoller Trank aus dem Kloster
Zisterzienserinnen füllen "Waldsassener Abtei-Tropfen" ab Kooperation mit Kloster Ettal

Von Paul Zrenner
Äbtissin Laetitia Fech beim Einschenken des neuen "Waldsassener Abtei Tropfen", Foto ©  Paul Zrenner
Wohl bekomm's: Äbtissin Laetitia Fech beim Einschenken des neuen "Waldsassener Abtei-Tropfen", der nach altem Klosterrezept hergestellt und von den Zisterzienserinnen selbst abgefüllt wird.     Bild: pz

Waldsassen. Laut Etikett eignet sich der bernsteinfarbene Inhalt der Flasche als Aperitif, als Trank nach einem guten Essen oder einfach für zwischendurch: Ihren eigenen Kräuterlikör füllen neuerdings die Waldsassener Zisterzienserinnen im Kloster ab.

Bei der Präsentation am Freitag im Vorraum des Bibliotheksaals zeigte sich: die neue Kreation schmeckt durchaus auch am Vormittag, freilich nur in Maßen. Jedenfalls waren die Mitarbeiterinnen, die im Bibliotheksaal die Führungen halten, beim Verkosten eines halben Stamperls "Waldsassener Abtei-Tropfen" echt angetan von dem Kräutertränklein. Vor gut eineinhalb Jahren wurde die Äbtissin vom Gesundheitsamt Tirschenreuth darauf aufmerksam gemacht, dass ein "Waldsassener Abteilikör" eben auch in der Abtei abgefüllt worden sein muss. Zwar gab es bislang schon einen Waldsassener Abtei-Likör, doch wurde dieser nicht im Stiftland abgefüllt. "Damit ist das alles ins Rollen gekommen", erinnert sich die Ordensfrau: "Zuerst haben wir nach alten Rezepten gesucht." Über den "Verband der Ordensoberen" bekam Laetitia Fech Kontakt zum Kloster Ettal. Dort, vor der Kulisse der bayerischen Alpen, stellen die Mönche in der klostereigenen Destillerie köstliche Liköre her. In Frater Vitalis Maria, einem erfahrenen Destillateur und Kräuter-Experten, haben die Waldsassener Ordensfrauen einen kompetenten Partner gefunden, der ihnen in der Entwicklungsphase den Waldsassener Tropfen aus 15 Kräutern zusammenmischen half.
Die Kräuter stammen aus dem Waldsassener Klostergarten. "Wenn er gut sein soll, muss er Zeit haben", erklärt die Äbtissin, dass die Herstellung des "Abteitropfens" dauert: Gut vier Wochen lang werden die Kräuter mit Alkohol versetzt, der dann nach dem Filtern zur köstlichen Spezialität wird. Fürs Erste wurden 140 Liter abgefüllt; nach den bisherigen Verkaufserfahrungen aus dem Kloster Waldsassen werden jährlich rund 400 Liter benötigt. Das Kloster Waldsassen hat sich den "Abteitropfen" inzwischen urheberrechtlich schützen lassen, außerdem die Flaschen und das neue Etikett, das im Kloster und in Zusammenarbeit mit der Leitung von KuBZ kreiert und von Hubert Heinzl gedruckt wurde. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist das Ordenssiegel für den Schnaps. Er ist übrigens zurzeit ausschließlich im Kloster Waldsassen erhältlich - an der Klosterpforte sowie am Eingang zum Bibliotheksaal.

Quelle: Der Neue Tag (Nr. 152, S.17)
Samstag, 05. Juli 2003


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