
Die Waldsassener Klosterwurst wird vorwiegend im Glas erhältlich sein.
Gisela Malzer informierte Äbtissin Laetitia Fech am Mittwoch über den Stand des Projekts. Links Metzger Hubert Riedl, hinten Roman Lohrer. Bild: pz |
Waldsassen. (pz) Nach Zwiebelzuckerl und Likör ein weiteres Angebot für das leibliche Wohl: Liebhaber herzhafter Kost werden sich freuen, wenn die Zisterzienserinnen-Abtei die "Waldsassener Klosterwurst" auf den Markt bringt.
Schon seit drei Jahren verfolgt Äbtissin Laetitia Fech beharrlich das Ziel, mit der "Klosterwurst" ein eigenes Produkt zu vermarkten und damit neue Einkommensquellen für die Abtei zu erschließen. Mangels eigener Metzgerei suchte sich die engagierte Ordensfrau kompetente Partner in der Klosterstadt. Und die fand sie denn auch - mit Gisela und Josef Malzer und den Mitarbeitern des traditionsreichen Metzgereibetriebs.
Die Malzers stehen dem Projekt aufgeschlossen gegenüber, wie sich diese Woche zeigte: Am Mittwoch informierten Gisela Malzer und ihre Mitarbeiter Hubert Riedl sowie Theo und Roman Lohrer über den aktuellen Stand des Projekts. Noch vor Weihnachten soll die Wurst erhältlich sein.
Auf der Suche nach alten Rezepten waren Äbtissin Laetitia und die Familie Malzer nicht besonders erfolgreich gewesen: Aufzeichnungen im Klosterarchiv gab es nur über Presssack und Streichwurst, nicht aber für Schnittwurst-Sorten. Deshalb kreierten die Malzer-Metzger auf der Grundlage bewährter Rezepturen eine ganze neue "Klosterwurst".
Testessen im Konvent
"Wir sind uns sehr schnell einig gewesen", erinnert sich Äbtissin Laetitia Fech an ein Testessen vor einiger Zeit im Kreise der Schwestern. Der Konvent durfte mehrere Sorten der so genannten "Halbdauerware" verkosten. Bald war die richtige "Klosterwurst" gefunden: Sie ist von der Sorte her eine Art Göttinger, "eine einfache Dauerwurst", wie Hubert Riedl erklärt. "Die Wurst ist nicht fett", erklären die Metzger unisono: Rind mit Schweineeinlage seien die wichtigsten Zutaten, dazu eine spezielle Gewürzmischung.
Mit Kräutern aus dem Klostergarten wird das Produkt noch in verschiedene Geschmacksrichtungen verfeinert: Rosmarin, Kümmel oder Majoran liefern die Ordensfrauen zur Metzgerei, wo die Zutaten verarbeitet werden.
Wegen der einfacheren Handhabung wird die "Waldsassener Klosterwurst" vorwiegend im Glas erhältlich sein, in Gebinden zu je 350 Gramm. So wird das Produkt ohne großen Aufwand an der Klosterpforte sowie an der Bibliotheksaal-Kasse angeboten - etwa als Mitbringsel.
Für die Verpackung der "Klosterwurst" wurde eigens ein Etikett entworfen: Das Rautenmuster in zartem Blauton als Hintergrund, dazu in kräftigem Blau das Emblem des Kultur- und Begegnungszentrums mit der stilisierten Brücke und die Aufschrift "Waldsassener Klosterwurst". Aufgedruckt ist auch Firmenzeichen des Herstellerbetriebs, wo die Wurst ebenfalls erhältlich ist.
Für das Glas wird übrigens Pfand verlangt: "Das ist nachhaltig, sehr gut", freut sich die Äbtissin darüber, dass mit dem neuen Produkt im Kloster-Sortiment auch der Umweltgedanke gefördert wird.
Das nächste Projekt
Äbtissin Laetitia hat übrigens schon das nächste Projekt für die Erweiterung des Klosterladen-Sortiments im Hinterkopf. Das Angebot ließe sich mit einer Bäckerei gut komplettieren: "Die mache ich auf, sobald ich eine junge Schwester dafür kriege." Der Backofen dafür war beim Umbau des neuen Bibliotheksaal-Aufgangs ausgebaut worden und könnte - mit neuer Technik - problemlos anderswo wieder aufgebaut werden.
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