
Äbtissin Laetitia Fech bei der spontanen Begegnung mit Papst Benedikt am Petersplatz in Rom, eingerahmt von Abt Gregor Henckel-Donnersmarck von der Abtei Heiligenblut in Österreich (rechts) und Abtpräses Silvester Buttarazzi vom Kloster Casamari in Italien. Im Hintergrund (mit Bart) Abt Vladimirus Gaudrat vom Kloster Lérins in Frankreich sowie (Zweiter von rechts) Abt Bruno Fromme von der Abtei Himmerod in der Eifel.
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Waldsassen. (pz) "Ich hab' das zunächst gar nicht fassen können", ist Schwester Laetitia kurz nach ihrer Rückkehr in Waldsassen tief beeindruckt. Die Begegnung war kurz aber intensiv: Papst Benedikt XVI. traf die Äbtissin der Zisterzienserinnen-Abtei kürzlich beim Generalkapitel in Rom, schüttelte dem Heiligen Vater sogar die Hand.
"Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet", beschreibt die Ordensfrau am Donnerstag ihre Überraschung über das spontane Treffen. Am 7. September, also vergangenen Mittwoch vor einer Woche, war die Gemeinschaft der Ordensoberen aus aller Welt bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz mit dabei. Die Zisterzienser - unter ihnen eben auch Äbtissin Laetitia Fech - durften auf einem erhöhten Podest unweit neben dem Thron des Pontifex Platz nehmen. Dennoch hätte sich Äbtissin Laetitia Fech niemals träumen lassen, dass Sie dem Heiligen Vater so nahe kommen würde. "Das war nicht geplant. Deshalb war die Überraschung doppelt groß".
"Ich saß in der zweiten Reihe", so die Äbtissin. Als sich Papst Benedikt den Zisterziensern näherte, sagten zwei Ordensobere in der Reihe vor ihr: "Lasst die Frau Äbtissin vor !" - der entscheidende Moment, dem das unvergessliche Erlebnis folgen sollte: Abt Gregor von Henckel-Donnersmarck vom Kloster Heiligenblut aus Österreich und der Abtpräses des Klosters Casamari in Italien, Silvester Buttarazzi, nahmen die Äbtissin in die Mitte, als Papst Benedikt die Ordensleute begrüßte.
"Benedetto" gut informiert
Ganz kurz sprach die Äbtissin mit dem Heiligen Vater. Er fragte sie, woher sie denn komme, worauf Äbtissin Laetitia sagte: "Aus Deutschland, von der Abtei Waldsassen." Der Papst zeigte sich darauf hin gut informiert: "Ach ja", sagte "Benedetto", " . . . aus der Regensburger Diözese", erinnerte sich der frühere Kardinal an seine ehemalige Wirkungsstätte und meinte: "Ich segne Ihre Gemeinschaft", so der Papst, worauf die Äbtissin versprach, der Konvent werde für den Heiligen Vater beten.
Das Generalkapitel der Zisterzienser in Rom dauerte vom 1. bis 14 September. 97 Ordensobere aus der ganzen Welt waren dazu nach Rom gekommen. Bei der alle fünf Jahre stattfindenden Zusammenkunft wurde der Generalabt Maurus Esteva aus Spanien - er war auch zur Benediktion von Äbtissin Laetitia vor nunmehr fast zehn Jahren nach Waldsassen gekommen - für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.
Eines der wichtigen Themen waren Sorgen und Nöte im Zusammenhang mit neuen Berufungen von jungen Ordensleuten. "Die einzigen, die damit keine Probleme haben, sind die Vietnamesen", weiß Äbtissin Laetitia Fech über die Gemeinschaften in Asien mit teils über 100 Ordensleuten. Inzwischen sei aber auch in Europa ein allgemeiner Trend zu mehr Berufungen und mehr Interesse junger Leute für ein Leben im Kloster zu beobachten.
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