Pressespiegel 2006


"Das Konzept geht auf"
Chefs und Führungskräfte entwickeln im Kloster Handlungsstrategien

Von Paul Zrenner
© Paul Zrenner
    

Waldsassen. (pz) "Die Leute sind begeistert von der klösterlichen Atmosphäre. Und sie sind von der Äbtissin beeindruckt", schwärmt Christoph Beck: "Das Konzept geht auf".

Beck, Leiter der Unternehmenskommunikation der Firma HelfRecht AG im oberfränkischen Bad Alexandersbad, ist wie Äbtissin Laetitia Fech vollauf zufrieden mit der gelungenen Premiere: Die Aula des Klosters bildete erstmals den Rahmen für Planungstage. Diese bietet das von Manfred Helfrecht vor über 30 Jahren gegründete Unternehmen an. Zielgruppe sind Chefs und Führungskräfte von mittelständischen Unternehmen. Bei dem fünftägigen Zeit- und Zielmanagament-Seminar entwickeln die Teilnehmer Strategien und konkrete Konzepte für künftiges Handeln im unternehmerischen wie im privaten Bereich.

Die Resonanz auf die Ausschreibung war enorm: Von zunächst 25 verfügbaren Plätzen wurde die Anzahl auf 36 Teilnehmer aufgestockt. Dennoch musste eine Reihe von Interessenten auf einen weiteren im Herbst geplanten Termin im Kloster Waldsassen vertröstet werden.

Bei dem Programm, das bewusst auf das Faschingswochenende gelegt worden war, gewannen die Teilnehmer aus ganz Deutschland auch Einblicke in das klösterliche Leben: Mehrmals täglich gab Äbtissin Laetitia Fech Impulse aus dem Regelwerk des Heiligen Benedikt, von denen die Unternehmer und Führungskräfte Anregungen für das eigene Umfeld ableiten können.

Rahmenprogramm

Zwischen den Vorträgen von Seminarleiter Jürgen Friedrich und den Arbeitsphasen in der besonderen Atmosphäre des ehemaligen Mönchsrefektoriums stand den Teilnehmern viel Zeit für ein "Waldsassener Rahmenprogramm" zur Verfügung - mit Führungen in Bibliotheksaal und Basilika mit einer "Orgelwanderung" mit Kirchenmusiker Andreas Sagstetter oder einen meditativen Tanz der Ordensschwestern in der Klosterkirche.

 

© Paul Zrenner
    

Hintergrund

Der Tag im Kloster beginnt um fünf

Waldsassen. (pz) Am Aschermittwoch, dem letzten der Planungstage im Kloster (siehe Bericht nebenan), zeigte Äbtissin Laetitia Fech den Gästen bei einer Führung durchs Kloster die erst kürzlich sanierten Räumlichkeiten der Mädchenrealschule.

Beim Rundgang ergaben sich interessante Gespräche, bei denen die Besucher Einblicke ins Ordensleben bekamen - etwa zum Tagesablauf im Klosters, der mit dem Aufstehen um fünf Uhr morgens beginnt. "Wenn jemand normal arbeitet, dann steht er auch um diese Zeit auf", verdeutlichte die Äbtissin, dass die mit vielen Klischees behaftete Lebensform in einer klösterlichen Gemeinschaft nicht unbedingt asketische Herausforderungen mit sich bringt. Und natürlich würden die Schwestern in ihrer Freizeit auch Sport betreiben.

Von Baden-Baden nach Waldsassen

Waldsassen. (pz) Eine Teilnehmerin des Seminars wollte es von der Äbtissin genau wissen:
Was mag eine junge Ordensfrau dazu bewogen haben, sich mit der Generalsanierung eines alten Klosters zu befassen?

"Ich wollte hier helfen", erinnerte sich die Äbtissin an jene Zeiten, als die Entscheidung für Waldsassen fiel und erzählte bereitwillig die Vorgeschichte: Im Orden waren vor mehr als einem Jahrzehnt Schwestern gefragt worden, ob jemand nach Waldsassen gehen würde - um das Kloster mit seinem damals überalterten Konvent vor der Auflösung zu retten.
Die zuvor im Kloster Lichtental bei Baden-Baden wirkende Schwester kam wenig später ins Stiftland, um eine Paramentenstickerei aufzubauen. Wenig später sei sie zur Äbtissin gewählt worden, so erzählte die Ordensfrau. Vieles sei seither erreicht worden - mit Gottes Hilfe, ein bisschen Glück und vielen Gönnern.


Quelle: Der Neue Tag
Freitag, 03. März 2006


  zur Startseite (HOME) Stand: 27.03.2006