|
Die letzte der zehn Figuren befindet sich unter der nördlichen Empore der Fensterwand. Gezeigt ist ein bartloser Mann mit langen Haaren, der mit Talar und Beffchen bekleidet ist, der Tracht eines Geistlichen. Dieser Talar wird durch eine Gewandspange gerafft, die mit einem Band am Gürtel befestigt ist. Auf diese Weise kommt die aus Fell bestehende Fuß- und Beinkleidung des Mannes zum Vorschein. Sie steht in völligem Widerspruch zu dem geistlichen Gewand des Mannes, wodurch sich dieser als Verkörperung der Heuchelei zu erkennen gibt. Weiterhin sind die Hände des Mannes vor dem Körper gefesselt, auf seinem Haupt sitzt ein storchähnlicher Vogel, der ihn mit seinem langen Schnabel in die Nase zwickt. Es handelt sich hier um den "Vogel Selbsterkenntnis", dessen Rat zum "Erkenne dich selbst!" auch auf die übrigen Narrenfiguren auszuweiten ist.
© Peda-Kunstführer Nr. 426
|