 M. Laetitia Fech, 4. Äbtissin von Waldsassen
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Die Bezeichnung Äbtissin (Abbatissa = Mutter) bedeutet geistliche Mutter einer weiblichen Klostergemeinschaft, in der die Schwestern gegenüber der Äbtissin im Gehorsam leben. Nach der Regel des hl. Benedikt sieht der Glaube im Abt der Stellvertreter Christi im Kloster (vgl. RB 2,2). Gleichzeitig steht die Äbtissin ihrer "Abtei" vor und vertritt die Institution "Kloster" gegenüber der Öffentlichkeit an erster Stelle.
Der Äbtissinnenstab erinnert in seiner Symbolik an das Hirtenamt der Äbtissin:
Die Äbtissin muss den ihr anvertrauten Schwestern eine Stütze sein, für ihre Belange Sorge tragen und ihre Mitschwestern leiten und führen auf dem Weg der Christusnachfolge;
gleichzeitig kann die Äbtissin mit der Krümme ihres Hirtenstabes "Widerspenstige" wieder in die richtige Richtung ziehen: die Äbtissin muss gegenüber ihren Mitschwestern handeln als Vermittlerin, die Aufgaben entsprechend den Fähigkeiten der Mitschwestern anpassen und veranwortungsvoll delegieren.
Als "Mutter" des ihr anvertrauten Schwesternkonventes muss sie die Talente, Gaben und Erbanlagen der einzelnen Nonnen ebenso berücksichtigen wie deren Fehler und Schwächen. Hierbei fühlt sie sich immer als Schwester unter Schwestern und dient Christus in ihren Mitschwestern; zudem sollte sie bemüht sein, überwiegend durch Beispiel und nicht so viel durch Worte zu leiten.
Die "letzte" Entscheidung in wichtigen wirtschaftlichen und geistlichen Belangen liegt bei der Äbtissin, wobei sie sich im Bedarfsfall gemeinsam mit den Ratschwestern, Priorin, Offizialen (das sind Schwestern im Kloster, die sich berufliche Kompetenz auszeichnen) berät und so zu einem gut funktionierenden Gemeinschaftsleben beiträgt.
Der Äbtissinnen-Stab, symbolisch also ein Werkzeug, das helfen soll bei der Entfaltung spiritueller Qualität im Leitungs- und Führungsvermögen, wurde für Mutter M. Laetitia Fech auf persönlichen Wunsch aus Nussholz gefertigt in geradezu genialer Schlichtheit von Kunstschnitzer Herrn Friedrich Brenner aus Diedorf bei Augsburg. In die Stirnseite der Stabkrümme hat der Meister, als einzigen Schmuck, ein einfaches Kreuz in versilbertem Metall eingelassen.
Bei der Überreichung des Stabes an die neugeweihte Äbtissin sprach Bischof Manfred Müller folgende Worte:
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"Ich übergebe dir diesen Stab
als Zeichen deines Amtes.
Trage Sorge für die Schwestern,
die dir anvertraut sind
und für die du einst Rechenschaft ablegen musst."
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Um den vielen, ungeheuer verantwortungsvollen Aufgaben einer Äbtissin während der gesamten Amtszeit gerecht zu werden, hat die 4. Äbtissin des Klosters von Waldsassen, M. Laetitia Fech, ihren Wahlspruch aus Jesaja 40,31 gewählt:
und erläutert uns dazu: dieser Wahlspruch weist schlicht und klar darauf hin, wo ich wirklich neue Kraft schöpfen kann zur Erfüllung der mir gestellten Aufgaben, bei GOTT, der einzigen Quelle des Lebens, die in Christus sichtbar Mensch geworden ist.
Außerdem soll der Abt bzw. die Äbtissin nach der Weisung des heiligen Benedikt
"[31] wissen, wie schwer und mühevoll die Aufgabe ist, die er bzw. sie übernommen hat: Seelen zu leiten und in der Eigenart vieler zu dienen; bei dem einen soll er es mit liebenswürdiger Güte, bei dem anderen mit Tadel, beim dritten mit eindringlichem Zureden versuchen...[34] vielmehr soll er / sie stets daran denken, dass er / sie die Leitung von Seelen übernommen hat, für die er / sie einst Rechenschaft ablegen muss (RB 2,31.34).
Da kann es trostvoll und hilfreich sein, zu wissen, im Vertrauen auf Gott wie aus einem nie versiegenden Brunnen immer wieder neue Kraft zu schöpfen zur Erfüllung dieser vielfältigen Aufgaben. Passend zum Wahlspruch entstand auch das persönliche Wappen für die Äbtissin, mit dem Brunnen, der Christus symbolisiert "als sprudelnde Quelle des ewigen Lebens" (vgl. Joh 4,14).
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