Leben im Kloster


Klöster - eine Oase der Stille

Was bedeutet und ist Ordensleben heute?

"Die Fähigkeit zur Lebenslust ist Vorraussetzung für ein Klosterleben" sagt der Theologe Manfred Lütz. Dies stellt die gängigen Klischeevorstellungen über Klosterleute nicht nur in Frage, sondern macht Lust ein mal darüber nachzudenken wie sich für uns als Ordensfrauen eine solche Kultur der Lebendigkeit erschließen kann.
JESUS der von den ersten Jüngern gefragt wird "Meister wo wohnst Du?" sagt zu seinen Jüngern: "Kommt und seht" (Joh.1,35-39) und sie gingen mit JESUS. Berufung zum Ordensleben können wir uns nie selbst geben.

Die Antwort kann nur der geben der einen Ruf spürt, der zuerst angesprochen, im Herzen berührt wurde. Es ist Etwas, was einen Menschen zutiefst bewegt und befähigt sein Leben nicht selbstmächtig in die Hand zu nehmen, sondern ganz zur Verfügung zu stellen.

Bei den ersten Jüngern war es nicht nur "jener eine Tag wo sie bei IHM blieben". Es heißt dann weiter im Evangelium "die Jünger folgten JESUS nach wohin immer ER auch ging". Sie waren von seinem WORT, seiner PERSON so fasziniert, dass ER zum Inhalt ihres gesamten Lebens ein Leben lang wurde. Berufung ist und bleibt ein Geheimnis zwischen GOTT und dem jeweiligen Menschen — muss nicht erklärbar sein und entzieht sich in seiner Zwecklosigkeit dem Zugriff der Verfügbarkeit der Menschen. Jede Berufung ist eine einmalige, unwiederholbare Liebesgeschichte auf den Lockruf der LIEBE GOTTES zu einem ganz konkreten Menschen; und Liebesgeschichten sind und bleiben etwas äußerst Geheimnisvolles mit all ihrer Rätselhaftigkeit.
Es ist tröstlich, dass das Leben selbst immer größer ist als unser Verstehen, oder mit Karl Rahner gesprochen: "Wir wissen in dem unbefangenen Vollzug unseres Lebens immer mehr als in der Reflexion, die das Leben nie adäquat einholt." (Karl Rahner "Theologie der Armut").



Benedikt von Nursia

Was ist Cisterciensische Spiritualität?
Wie wird sie gelebt im Spannungsbogen von Tradition und Heute?

Das Anliegen der ersten Mönche von Citeaux war die radikale GOTTSUCHE in einem zurückgezogenen Leben des GEBETES und der ARBEIT, in der Treue zur Regel des Hl. Benedikt. Das ist bis heute unser Anliegen geblieben. Die Heilige Schrift, die Benediktusregel, Schriften unserer Ordensväter und -mütter sowie zeitgenössische Literatur sind wegweisend in unserem Leben.

Eine Säule unseres geistlichen Lebens bilden:
Die Geistliche Lesung, die Meditation, das persönliche Gebet und vor allem das siebenmalige gemeinschaftliche Chorgebet, bei dem wir vor GOTT stehen und IHM unsere Zeit als Antwort auf SEINE LIEBE zu uns schenken. Wir stehen vor IHM mit aller Not der Welt, den Sorgen aller Menschen, die uns anvertraut sind, auch stellvertretend für jene Menschen, die nicht mehr beten können oder wollen.

Eine weitere Säule unseres geistlichen Lebens ist:
Die Arbeit, die für uns mehr ist, als Lebensunterhalt verdienen. Durch die Arbeit dürfen wir teilnehmen am Schöpfungswerk GOTTES, dürfen uns in GOTT finden und werden so zur Vollendung geführt. Es geht nicht darum dem Leben zu entfliehen, sondern vielmehr darum die Vielfalt des Lebens im Lichte GOTTES zu verstehen, anzunehmen und in einem Kloster (von dem Benedikt wollte dass es eine "Schule der Liebe" sei), einen Ort zu haben wo man miteinander lernt, reift in einer lebenslangen GOTTSUCHE, die uns immer tiefer hineinführt in dieses große Geheimnis der LIEBE GOTTES.

Vision des Hl. Bernhard (Bibliothek Waldsassen)

Mönche und Nonnen des Cistercienserordens leben meist kontemplativ. Aber bereits unser Vater Bernhard machte als mystisch begnadeter Mann die Erfahrung, dass er sich den Fragen und Anliegen seiner Zeit nicht verschließen dürfe.

Darum engagieren wir uns auch aktiv in der Jugendbildung /-erziehung unserer 6-stufigen Mädchenrealschule in klösterlicher Trägerschaft.

Und weiter im "Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Waldsassen" in den Bereichen Religion-Musik und Umwelt für Menschen unserer Zeit, die auf der Sinnsuche sind. Wir sind der Überzeugung nur wenn wir als Ordensfrauen Anteil nehmen an den Nöten unserer Zeit, unser "Ohr haben am Puls der Zeit", nach dem Motto "wir leben in dieser Welt, sind aber nicht von dieser Welt" dann werden die Menschen zwar nicht verstehen, aber erahnen was unser Dasein, unsere Lebensweise bedeutet.

Der Hl. Bernhard drückte dies so aus:
"Der Grund weshalb wir GOTT lieben ist ganz einfach GOTT
und
das Maß ist die Maßlosigkeit
."




Voraussetzungen für ein Leben mit Gott im Kloster Waldsassen >> 

 

  zur Startseite (HOME) Stand: 20.04.2003